{"id":18448,"date":"2026-01-21T09:19:44","date_gmt":"2026-01-21T08:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/mikanews.net\/?p=18448"},"modified":"2026-01-21T09:25:09","modified_gmt":"2026-01-21T08:25:09","slug":"positionspapier-zum-thema-drohnendetektion-und-drohnenabwehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mikanews.net\/?p=18448","title":{"rendered":"Positionspapier zum Thema Drohnendetektion und Drohnenabwehr"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind Fach- und Bundesverb\u00e4nde, die sich im Interesse des Gemeinwohls f\u00fcr einen sicheren, verantwortungsvollen <!--more-->und rechtskonformen Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge (Drohnen) einsetzen, sowohl im Bereich der Sport- und <br>Freizeitgestaltung als auch im gewerblichen Einsatz. Dar\u00fcber hinaus treten wir f\u00fcr eine sichere, koordinierte und gleichberechtigte Nutzung des Luftraums unterhalb von 300 Metern \u00fcber Grund (im Folgenden \u201eunterster Luftraum\u201c) durch bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge ein, unter Wahrung der freien Benutzung des Luftraums.<\/p>\n<p>Wir bedauern die Beeintr\u00e4chtigung des Sicherheitsgef\u00fchls der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Deutschland, die sich in j\u00fcngerer Zeit infolge zahlreicher Informationen zu mutma\u00dflichen Drohnensichtungen an Flugpl\u00e4tzen sowie \u00fcber kritischer Infrastruktur und milit\u00e4rischen Einrichtungen, auch vor dem Hintergrund des kriegerischen Einsatzes von Drohnen, ergeben hat. Die Zunahme dieser Vorf\u00e4lle sowie die hierzu bereits erhobenen Forderungen geben <br>uns Anlass, unsere Position im Hinblick auf Ma\u00dfnahmen der Drohnendetektion und Drohnenabwehr darzulegen. <br>Die Detektion und Abwehr von gef\u00e4hrlichen Drohnen (\u201eSecurity\u201c) ist eine nationale Aufgabe, die von den europ\u00e4ischen Staaten im Rahmen ihrer Souver\u00e4nit\u00e4t wahrgenommen wird. Dies spiegelt sich auch in der EU-Luftfahrt-Grundverordnung wider: W\u00e4hrend diese Regelungen die Betriebssicherheit von Luftfahrzeugen (\u201eSafety\u201c) festlegt, bleibt der Bereich \u201eSecurity\u201c \u2013 etwa durch die Einrichtung von Beschr\u00e4nkungsgebieten oder speziellen geografischen Zonen f\u00fcr UAS \u2013 in der Verantwortung der Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p>Die Beobachter und die zust\u00e4ndigen Stellen konnten oftmals nicht best\u00e4tigen, dass es sich tats\u00e4chlich um eine oder mehrere Drohnen gehandelt hat. Die \u00f6ffentliche Berichterstattung enthielt zudem Vermutungen und Spekulationen.<\/p>\n<p>Zur Bewertung der Drohnen-Sicherheitslage und Erstellung eines Lagebildes ist es erforderlich, eine umfassende Analyse der Drohnenvorf\u00e4lle vorzunehmen und m\u00f6gliche Bedrohungsszenarien systematisch darzustellen. Wir begr\u00fc\u00dfen die Einrichtung des gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und L\u00e4ndern durch die Bundesregierung und erwarten, dass das Zentrum zeitnah ein fundiertes und vollst\u00e4ndiges Lagebild entwickelt. Wir sind bereit, unser Wissen und unsere Erfahrung aus dem Betrieb von bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen im unteren Luftraum in diesen Prozess einzubringen. Den strukturierten Erfahrungsaustausch mit den zust\u00e4ndigen Sicherheitsbeh\u00f6rden in anderen EU-Mitgliedstaaten sehen wir als anstrebenswert an.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"http:\/\/mikanews.net\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Positionspapier-DMFV.jpg\" rel=\"lightbox[18448]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"753\" height=\"123\" src=\"http:\/\/mikanews.net\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Positionspapier-DMFV.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18449\" srcset=\"http:\/\/mikanews.net\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Positionspapier-DMFV.jpg 753w, http:\/\/mikanews.net\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Positionspapier-DMFV-300x49.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 753px) 100vw, 753px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<p>Aus den identifizierten Bedrohungsszenarien lassen sich erforderliche, geeignete und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Ma\u00dfnahmen der Pr\u00e4vention, der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung sowie der notwendige Bedarf an technischer Detektions- und Abwehrausstattung ableiten. Dabei halten wir es f\u00fcr wesentlich, kriminologischen, kriminalistischen und technischen Sachverstand einzubeziehen. Wir sind \u00fcberzeugt, dass das Drohnenabwehrzentrum unter Ber\u00fccksichtigung der Erfahrungen der <br>Drohnenabwehreinheit sowie der Erkenntnisse der Forschungs- und <br>Entwicklungsstelle in Cochstedt aus industrienaher Anwendungsforschung ein umfassendes und praxistaugliches Gesamtkonzept erarbeiten kann.<\/p>\n<p>Die Forderung nach einem europ\u00e4ischen, fl\u00e4chendeckenden Luftlagebild f\u00fcr den unteren Luftraum darf nicht zu der Fehlannahme verleiten, dass \u00fcber ein Luftlagebild in Echtzeit eine verl\u00e4ssliche Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Drohnenbetrieb m\u00f6glich sei. Ein Luftlagebild ist kein Ermittlungsinstrument. Ein Luftlagebild allein erm\u00f6glicht keine Identifizierung von T\u00e4tern noch verhindert es, dass <br>Drohnen als direkt gesteuerte oder vorprogrammierte Tatmittel missbraucht werden. Nach unserer \u00dcberzeugung ist im untersten Luftraum ein verbessertes Luftlagebild in begrenzten Luftr\u00e4umen sinnvoll, um <br>\u2022 den gewerblichen Einsatz von Drohnen zu f\u00f6rdern, <br>\u2022 den verst\u00e4rkten gleichzeitigen Betrieb von Drohnen und bemannten Luftfahrzeugen <br>im selben Luftraum sicherzustellen, beispielsweise in U-Space-Luftr\u00e4umen, sowie <br>\u2022 im nahen Umfeld gef\u00e4hrdeter Verkehrs- und Infrastruktur visuelle und akustische<\/p>\n<p>Drohnenbeobachtungen als Ansatzpunkt f\u00fcr weitergehende Ermittlungen mit einer elektronischen Sichtbarmachung abzugleichen. <br>Die Generierung eines belastbaren Luftlagebildes sowie die Verbesserung der gegenseitigen Sichtbarkeit im Luftraum setzen eine elektronische Erkennbarkeit (electronic conspicuity) voraus. Die elektronische Erkennbarkeit von allen Luftfahrzeugen (Flugzeuge, Hubschrauber Luftschiffe, Segelflugzeuge, Luftsportger\u00e4te und Flugmodelle) im untersten Luftraum darf dabei nicht, wie von UAV DACH gefordert, auf eine einzelne Technologie, n\u00e4mlich <br>ADS-L, begrenzt werden. ADS-L ist mit etablierten, zertifizierten Systemen nicht kompatibel und insbesondere bei Flugmodellen technisch nicht realisierbar, weil die f\u00fcr ADS-L notwendigen Sensoren nicht vorhanden sind und auch nicht vorhanden sein m\u00fcssen sowie Raum- und Gewichtsgrenzen die zus\u00e4tzliche Ausr\u00fcstung nicht <br>zulassen.<\/p>\n<p>Eine technologische Monokultur auf Basis von ADS-L birgt zudem das Risiko, funktionale Grenzen durch die Verarbeitung gro\u00dfer Mengen identischer Datens\u00e4tze zu erreichen oder zu \u00fcberschreiten. Dar\u00fcber hinaus entstehen Risiken in Bezug auf mangelnde Flexibilit\u00e4t, begrenzte Skalierbarkeit, technologische Abh\u00e4ngigkeiten sowie <br>sicherheitsrelevante Schwachstellen. Wir unterst\u00fctzen daher den technologieoffenen, systemischen Ansatz der EASA, der bereits in ersten gesetzlichen Regelungen seinen Niederschlag gefunden hat. In <br>diesem System k\u00f6nnen f\u00fcr die elektronische Erkennbarkeit sowohl bew\u00e4hrte elektronische Ger\u00e4te wie \u201eSSR-Transponder Mode A\/C oder Mode S\u201c, \u201eADS-B out\/in\u201c und \u201eFLARM\u201c als auch moderne, app-basierte Verfahren eingesetzt werden. Den mehr als 100.000 im DMFV organisierten Modellfliegern steht mit der kostenfreien flyDMFV-App ein geeignetes Instrument zur Verf\u00fcgung, mit dem aktive Flugregime von Flugmodellen elektronisch sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen. Die Informationen aus der flyDMFV-App sind geeignet, in ein umfassendes Luftlagebild einzuflie\u00dfen. Die EASA verfolgt das Ziel, die elektronische Erkennbarkeit im Luftraum schrittweise weiter auszubauen. Zu diesem Zweck er\u00f6ffnet sie den Luftraumnutzern mit ADS-L eine Einstiegsm\u00f6glichkeit in die elektronische Erkennbarkeit sowie eine Alternative zu anderen Ger\u00e4ten. Eine Verpflichtung zur Nutzung von ADS-L ist damit jedoch ausdr\u00fccklich nicht verbunden. Nur ein technologieoffener Ansatz erm\u00f6glicht es, bestehende und zuk\u00fcnftige <br>L\u00f6sungen bedarfsgerecht zu integrieren, Innovationen zu f\u00f6rdern und flexibel auf technische Weiterentwicklungen oder ver\u00e4nderte regulatorische Rahmenbedingungen zu reagieren. Ein solcher Ansatz erh\u00f6ht zugleich die Resilienz des Gesamtsystems und verbessert die Abdeckung sowie die Verl\u00e4sslichkeit der elektronischen Sichtbarkeit im Luftraum. Nach einer Forderung des UAV DACH e. V. soll die private Nutzung von Drohnen drastisch eingeschr\u00e4nkt werden und k\u00fcnftig nur noch auf privaten Grundst\u00fccken bis zu einer H\u00f6he von 50 Metern \u00fcber Grund sowie auf Modellflugpl\u00e4tzen zul\u00e4ssig sein.&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Forderung liegt die Annahme beim UAV DACH e.V. zugrunde, dass Drohnenvorf\u00e4lle beziehungsweise illegaler Flugbetrieb ganz \u00fcberwiegend von privaten Drohnenpiloten verursacht w\u00fcrden. Eine derartige Pauschalierung und Stigmatisierung weisen wir entschieden zur\u00fcck. F\u00fcr diese Annahme gibt es weder einen belastbaren Nachweis noch eine sachliche Rechtfertigung. Von der Forderung des UAV DACH e.V. distanzieren wir uns ausdr\u00fccklich, weil eine derartige Einschr\u00e4nkung faktisch einer Abschaffung des freien Drohnenbetriebs in dem Segment der privaten Nutzung gleichk\u00e4me. In einem Europa der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts haben private wie gewerbliche Drohnenpiloten gleicherma\u00dfen das Recht auf eine regelkonforme Nutzung des Luftraums. Die bestehenden EU-Regelungen f\u00fcr den Betrieb von Drohnen in den Kategorien \u201eoffen\u201c, \u201espeziell\u201c und \u201ezulassungspflichtig\u201c sind geeignet, ein hohes Ma\u00df an Flugsicherheit zu gew\u00e4hrleisten. In Deutschland bestehen dar\u00fcber hinaus bereits zahlreiche zus\u00e4tzliche Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Drohnenbetrieb durch geografische Gebiete, die eher als \u00fcberm\u00e4\u00dfig denn als unzureichend zu bewerten sind. Anstelle weiterer Einschr\u00e4nkungen schlagen wir daher vor, bestehende Informations- und Sensibilisierungskampagnen fortzuf\u00fchren und auszubauen, um allen Drohnenpiloten die geltenden Sicherheitsregeln zu vergegenw\u00e4rtigen und deren Einhaltung konsequent einzufordern. Als Verb\u00e4nde sind wir bereit, hierzu unseren Beitrag zu leisten. <br>Die Drohnenlandschaft in Deutschland ist plural organisiert, und der Drohnenbetrieb betrifft auch andere Luftraumnutzer in nicht unerheblichem Ma\u00dfe. Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen auf hunderttausende private und gewerbliche <br>Luftraumnutzer erfordern daher eine transparente, ausgewogene und <br>gleichberechtigte Einbindung aller relevanten Verb\u00e4nde. F\u00fcr einen konstruktiven Dialog stehen wir jederzeit zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>gez. Hans Schw\u00e4gerl (Pr\u00e4sident Deutscher Modellflieger Verband &#8211; DMFV) <br>gez. Christoph Bach (Vorstandsvorsitzender Bundesverband Copter Piloten &#8211; BVCP) <br>gez. Thomas Hein (Pr\u00e4sident Deutscher Hubschrauber Verband &#8211; DHV) <br>gez. Dr. Henning Stumpp (Pr\u00e4sident Deutscher Fallschirmsport Verband &#8211; DFV) <br>gez. Andrea D\u00f6rpelkus (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Deutsche Modellsport Organisation &#8211; DMO) <br>gez. Bj\u00f6rn Klaassen (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Deutscher H\u00e4ngegleiterverband &#8211; DHV)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.dmfv.aero\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.dmfv.aero<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind Fach- und Bundesverb\u00e4nde, die sich im Interesse des Gemeinwohls f\u00fcr einen sicheren, verantwortungsvollen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8013,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"generate_page_header":"","_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[2],"tags":[889,3235,3234],"class_list":["post-18448","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-flieger","tag-dmfv","tag-drohnenverordnung","tag-positionspapier"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/mikanews.net\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/DMFV_.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7TL9y-4Ny","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18448"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18450,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18448\/revisions\/18450"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8013"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/mikanews.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}